Sportexerzitien am Wasser zum Thema Lebenskunst

Sonntag: Anreisen und Ankommen…
...und ab zum Abendessen. Hier begegnete sich die Gruppe zum ersten Mal. Für mich waren hier durch die Bank neue Gesichter und dazugehörige Namen, die ich mir bestenfalls alle merken sollte. Für einige Glückliche war es ein Wiedersehen mit alten Bekannten.
Nach dem Abendessen trafen wir uns zu Kennenlernspielen auf der Wiese. Nach anfänglicher höflicher Zurückhaltung wuchs hier schnell ein Gefühl der Gemeinschaft. Auch wurde uns hier das Thama der Woche erstmalig präsentiert. Lebenskunst - Die Kunst des Lebens.
Die Kunst in jeglicher Form in unser Leben zu bringen – sie ist unsere Gabe und uns durch Gott geschenkt. Lebens-Künstler sein heißt Gott durch unsere Kreativität und Schöpfung wirksam werden zu lassen.
Glücklicherweise ist Kunst Ansichtssache, weshalb Gott wohl in allem zu finden ist.
Montag: Orientierungsfähigkeit
Liege ich richtig? Mit meinen Entscheidungen? In meinem Leben? Ist der Weg, den ich eingeschlagen habe, der, den ich gehen will? Es ist ratsam, dann und wann von seinem Weg aufzublicken und sich neu zu orientieren. Was gibt einem in solchen Momenten die nötige Orientierung?
Wie könnte man besser seine Orientierung finden als im Gehen? Also: Schuhe an, Sonnencreme ins Gesicht und in Kleingruppen über die Insel stiefeln. Stationen suchen (diese bestenfalls finden), Impulse lesen, nachspüren und in den Austausch gehen.
Orientieren ohne Smartphone. Wohl jenen, die jemanden in der Gruppe hatten, der sich auf der Insel auskennt. Hierzu durfte ich mich glücklicherweise zählen. Nach drei Stunden kamen wir zurück – inspiriert, sonnenverwöhnt und sehr hungrig. Jene, die mein Gesicht in diesem Moment gesehen haben, konnten Letzteres vermutlich deutlich ablesen.
Dienstag: Gleichgewichtsfähigkeit und Rhythmisierungsfähigkeit
Was bringt uns im Leben aus dem Gleichgewicht und wo finden wir es? Definitiv bringt einen ein Wellengang auf dem SUP aus dem Gleichgewicht.
An diesem Tag verbrachten wir einige Stunden im See, an und auf einem SUP. Aufgrund des vorherrschenden Platzmangels, welcher zu zweit auf einem Brett unausweichlich ist, brachten uns hier einige Übungen nicht nur psychisch in engeren Kontakt.
Gut zu wissen, dass wir uns, egal wie hoch die Wellen schlagen und wie sehr das Brett auch wackelt, in sicherer Hand wissen können. Und selbst wenn man fällt, kann man einfach wieder aufsteigen – und das sogar mit einem Lachen.
Mittwoch: Umstellungs- und Reaktionsfähigkeit
Wir verbrachten den Tag mit einer bedeutsamen Frau und einer der bedeutsamsten Frauen der Bibel: Maria von Magdala. Eine Frau, die nicht nur etwas zu sagen hatte, sondern der Jesus aufgetragen hatte, zu sprechen und zu verkünden.
Nach dem für viele ergreifenden und tiefgehenden Impuls wurden wir dem Tag, uns selbst und unseren Gedanken überlassen. Ihnen nachzuspüren und sich einzufühlen. Die Herangehensweise und Intensität waren hierbei frei und individuell wählbar. Für manche geschah dies beim Abkühlen im Wasser, für andere mit einem erfrischenden Eis oder auf der Jagd nach Mittagessen.
Donnerstag: Differenzierungs- und Kopplungsfähigkeit
Was ist wichtig und von Bedeutung in meinem Leben? Schenke ich diesen Dingen die nötige Aufmerksamkeit oder vergeude ich zu viel Zeit und Kraft mit Unwichtigem? Vorrangig stellt sich die Frage: Wie unterscheide ich das eine vom anderen? Und Welche Lebensbereiche stehen miteinander in Verbindung?
Elementar ist die Verbindung zwischen Körper und Geist. Sie wollen ein Gleichgewicht, sind voneinander abhängig und bedingen sich gegenseitig.
Nach den schweren Fragen des Lebens erlebten wir den Tag in Entspannung durch vorherige Anspannung. Beginnend mit Joggen – glücklicherweise im Wasser. Am Nachmittag liehen wir Kajaks und umrundeten, und ich will nicht untertreiben, mit spürbarer Kraftanstrengung unsere kleine Insel.
Freitag: Die Kunst des Lebens – Leben im Alltag
Der Tag des Abschieds. Nach Hause fahren und das Erlebte mit in den Alltag zu tragen und zu leben, ist wohl eine hohe Kunst.
Doch vor dem Abschied feierten wir noch einen Gottesdienst. Wie es sich für uns gehört, wurden auch hier Körper und Geist in Einklang gebracht. So wurde in den Gottesdienst eine kurze Qigong-Einheit eingebaut, um uns auszurichten und anzukommen – im Moment, bei uns und in Gott.
Lebens-künstler sein und der Idee Gottes folgen. Denn er muss auch Künstler sein, so sind wir doch alle Gottes Lebendes Kunstwerk. – Aber wie gesagt, Kunst ist (glücklicherweise) Ansichtssache.
Die Tage vergingen zu schnell und der Abschied fiel schwer. Ich freue mich, wenn ich das nächste Mal wieder dabei sein darf.